Hilfe-Insel stößt auf großes Interesse
Kreisanzeiger Artikel vom 25.06.2026 - Schotten (SW)
Das Projekt „Leon Hilfeinseln“ hat einen erfolgreichen Verlauf genommen. Insgesamt 46 Geschäfte, Gewerbetreibende, Lebensmittelmärkte, Cafés und Gaststätten sowie sonstige Einrichtungen machen mit bei dem Bemühen, Kindern und Jugendlichen eine Anlaufstation zur Hilfe in Notfällen anzubieten.
Das Projekt ist in Schotten von der Stadt in Kooperation mit dem Kinderschutzbundverein und gemeinsam mit der Polizei initiiert und auf den Weg gebracht worden. „Die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen soll verbessert werden“, so Bürgermeister Benjamin Göbl, der sich für das Projekt starkgemacht hatte. „Kinder oder Jugendliche, die ein Problem haben oder sich einer Gefährdung ausgesetzt sehen, können damit rasch konkrete Hilfe erhalten“, ergänzt Katja Trunzer vom Teamvorstand des Kinderschutzbundes.
Das ursprünglich von der Polizei ins Leben gerufene Projekt ist mittlerweile in ganz Hessen an mehreren Orten dank zahlreicher Partner umgesetzt worden. Es hat präventiven Charakter und soll der Vorbeugung von Straftaten dienen beziehungsweise Unterstützung leisten, wenn sich Kinder und Jugendliche verfolgt fühlen oder sie von Fremden angesprochen werden. Hilfeinseln können aber auch bei kleinen Notfällen hilfreich sein, wie nach einem Sturz, dem Verlust des Haustürschlüssels oder für einen dringenden Toilettengang.
Die Partner des Projektes, die sich als Hilfeinseln zur Verfügung stellen, sind mit einem Plakat oder Aufkleber kenntlich gemacht, der im Eingangsbereich angebracht ist. Darauf abgebildet ist die Symbolfigur des Kinderkommissars Leon, ein gezeichneter Löwe in Polizeiuniform auf sattgelbem Untergrund, versehen mit der Aufschrift Hilfeinsel. Anhand eines Notfallplans, der jeder Hilfeinsel vorliegt, können Kinder und Jugendliche im Bedarfsfall gezielt betreut werden.
In Schotten machen 37 Partner bei dem Projekt mit. Sie verteilen sich über das ganze Stadtgebiet. Darunter sind auch die beiden Kindertagesstätten „Am Schloss“ und „Am Park“, die Vogelsbergschule, das Vulkaneum oder die Stadtbibliothek im Gelben Haus. In allen Hilfeinseln finden Kinder und Jugendliche während der Öffnungszeiten Unterstützung. In Rainrod gibt es sechs Anlaufstellen, darunter in der Kita Wiesenwichtel und im Nick-Lädchen. Hilfe können Kinder und Jugendliche auch am Stausee und auf dem Hoherodskopf erhalten, ebenso in Burkhards im Kindergarten Kindernest.
Vor einigen Jahren gab es in Schotten bereits die Aktion Rettungsinseln. Damals wiesen Aufkleber auf die beteiligten Geschäfte, Gaststätten und Einrichtungen hin. Einige dieser Aufkleber sind heute noch zu sehen.
Ergebnisse eines runden Tisches
Das aktuelle Projekt geht in Schotten zurück auf einen runden Tisch, den die Kinderschutzbundgruppe im vergangenen Jahr veranstaltete. Dabei war deutlich geworden, dass Jugendliche und junge Erwachsene ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis haben. In diesem Frühjahr wurde ein Info-Abend zusammen mit Beamten von der Polizei Osthessen durchgeführt und das Projekt auf dem Event-Feierabendmarkt Anfang Mai in der Schottener Altstadt vorgestellt. Alle Hilfeinseln sind in Flyern verzeichnet, die an öffentlichen Stellen ausliegen.
>>> Ein Übersichtsplan der Hilfe-Inseln befindet sich im Anhang <<<
