Hilfeinsel für Schutz suchende Kinder
Kreisanzeiger Artikel vom 04. April 2026
Schotten (sw.)
Im vergangenen Jahr hat der Schottener Ortsverband des Kinderschutzbundes einen Runden Tisch initiiert. Thema waren die Belange junger Menschen und die Angebote in der Vogelsbergstadt, die ihnen zur Verfügung stehen oder vermisst werden. Dabei kam auch von den teilnehmenden jungen Menschen zur Sprache, dass sie sich in Schotten nicht immer sicher fühlten.
Mehr Schutz und Sicherheit von Kindern und Jugendlichen war vor einigen Jahren die Aktion „Rettungsinseln“ gewidmet. Daran hatten sich Schottener Geschäfte beteiligt.
Äußerlich kenntlich gemacht war die Aktion mit Aufklebern, die an den Türen die Geschäfte als Zufluchtsort in Gefahrensituationen auswiesen. Einige Aufkleber sind heute noch erkennbar.
Kinderschutzbund und Polizei mit im Boot
Mittlerweile gibt es in ganz Hessen von der Polizei ins Leben gerufene Hilfeinseln. „Diese möchten wir auch in Schotten einrichten“, teilt Bürgermeister Benjamin Göbl mit. Kooperationspartner ist neben der Polizei der Schottener Kinderschutzbundverein.
Hauptziel ist es, Kinder und Jugendliche davor zu bewahren, Opfer von Straftaten zu werden. Durch das Projekt soll den jungen Menschen das schnelle Hilfeholen erleichtert werden, wie der Bürgermeister betont. „Die objektive Sicherheit von Kindern und Jugendlichen wird verbessert.“
Angesprochen als Schutz bietende Partner sind insbesondere Betreiber von Ladengeschäften, Gastronomiebetrieben, Gewerbetreibende sowie Einrichtungen mit Publikumsverkehr. „Ich sehe die Teilnahme an der Aktion auch als ein Stück gelebte Zivilcourage“, so der Bürgermeister.
Benjamin Göbl lädt alle Interessierten, die an der Aktion teilnehmen und ihr Geschäft oder ihre Räumlichkeiten als Rettungs-Insel kenntlich machen wollen, zu einem Informationsabend ein. Er findet am Montag, 13. April, im Gefahrenabwehrzentrum in Schotten statt. Beginn ist um 19 Uhr.
Dabei besteht die Möglichkeit, eine Vereinbarung zur Teilnahme an dem Hilfeinselnprojekt mit der Stadt zu treffen. Eine der Teilnahmevoraussetzungen ist die Bereitschaft, ein Plakat, eine Klebefolie oder ein Schild von außen gut sichtbar an die Ladentür oder Schaufenster anzubringen, um Schutz suchenden Kindern zu signalisieren, dass sie hier rasch Hilfe finden. Die Vereinbarung kann im Übrigen ohne Angabe von Gründen jederzeit widerrufen werden.
Wie die hessische Polizei mitteilt, dient das Präventionsprogramm der vorbeugenden Bekämpfung von Straftaten. Eine solche Situation kann zum Beispiel eintreten, wenn ein Kind von einer fremden Person angesprochen wird. Hilfeinseln können aber auch bei kleinen Notfällen hilfreich sein, wenn zum Beispiel ein Kind seinen Schlüssel verloren hat, es hingefallen ist oder auf die Toilette muss.
Vorgesehen ist, das Projekt Hilfeinseln auf dem Eventfeierabendmarkt in der Schottener Altstadt am 8. Mai durch die Polizei und über verschiedene Medien der Öffentlichkeit vorzustellen. Kinder und Jugendliche werden über die Kitas und Schulen durch Elternbriefe informiert.
