Resistenter Mischwald im Entstehen


Kreisanzeiger Artikel vom 11. März 2026

Schotten (sw.)
Busenborn – Direkt unterhalb des Bilsteingipfels ist in den vergangenen Jahren eine Brachfläche entstanden. Die Dürrejahre in Verbindung mit starkem Befall durch den Borkenkäfer haben den früheren Bestand mit großen Fichten zum Absterben gebracht.

Auf dem Teilstück rechts des Wanderpfades, der zum Gipfel des 666 Meter hohen Basaltmassivs des Bilsteins führt, hat jetzt die Forstwirtschaftliche Vereinigung (FWV) Vogelsberg Burgwald eine Pflanzaktion durchgeführt. Partner war, wie schon bei mehreren ähnlichen Aktionen in der Vergangenheit, die Münchener Firma Climate Partner.

Sie vermittelt Sponsoren aus der Wirtschaft, die die Kosten der Anpflanzungen übernehmen und im Gegenzug ihr Unternehmensimage aufbessern können. Diesmal stammten die finanziellen Förderer aus der Deutschen Fußball-Liga (DFL), wie FWV-Geschäftsführer Philipp Reitschky mitteilt.

Aufwertung des Stadtwaldes

Ein Gewinner der Aktion ist auch die Stadt Schotten, die im Besitz der Brachflächen am Bilstein ist. „Für uns bedeutet die Pflanzaktion eine Aufwertung des Stadtwaldes an dieser exponierten und von Wanderern und Touristen viel besuchten Stelle“, sagt Bürgermeister Benjamin Göbl. Zumal für die Stadt keine Kosten entstünden. Forstlich betreut wurde die Aktion von Revierleiter Malte Koch, der seitens des Schottener Forstamtes für alle kommunalen Flächen der Stadt und für den Privatwald zuständig ist.

Die Forstwirtschaftliche Vereinigung Vogelsberg Burgwald und die Forstbetriebsgemeinschaft Vogelsberg organisieren seit fünf Jahren solche Pflanzaktionen für verschiedene Kommunen und Städte. „Fast jedes Jahr pflanzen wir auch in Schotten, da die Stadt von Anfang an sehr offen für diese Art der Unterstützung war“, betont Philipp Reitschky. In den vergangenen fünf Jahren konnten so für die Stadt dank der Sponsoren bereits 50000 Bäume kostenlos zur Verfügung gestellt und eingepflanzt werden.

Die aktuelle Maßnahme am Bilstein ist der abschließende Teil einer Pflanzaktion im Spätherbst vergangenen Jahres. Damals wurden 10000 junge Bäumchen im Bereich der Waldsiedlung Breungeshain eingepflanzt. Insgesamt summiert sich die Zahl der Bäume auf 180000, die von den beiden forstlichen Vereinigungen an verschiedene Kommunen übergeben werden konnten. Pflanzaktionen finden nur in Kommunalwäldern statt.

100-Prozent-Förderung durch Sponsoring

Die 100-prozentige Förderung durch das Sponsoring umfasst den Kauf der Pflanzen, die Pflanzarbeiten sowie den notwendigen Schutz der jungen Triebe, zum Beispiel vor Wildverbiss. „Wir achten auf klimaresistente Baumarten, damit der Wald zukünftig an die sich verändernden Klimabedingungen angepasst ist“, erklärt der FWV-Geschäftsführer.

Bei der Neuanpflanzung wird Wert auf das Heranwachsen von vier bis fünf verschiedenen Baumarten gelegt, wie Malte Koch erläutert. So wurden auf der 0,65 Hektar großen Fläche vornehmlich die Laubbaumarten Bergahorn und Spitzahorn gepflanzt, dazu als Nadelholzart auch Europäische Lärche. Durch die Naturverjüngung sollen sich hier zudem Fichten, Ebereschen und kleine Eichen ansiedeln, sodass zukünftig ein Mischwald mit einem relativ hohen Laubholzanteil entsteht.

„Die Vielzahl der organisierten Pflanzaktionen zeigt, was möglich ist, wenn Kommunen und Städte seitens der Wirtschaft unterstützt werden“, bilanziert Philipp Reitschky die jüngste Aktion. Es bedürfe aber der Kümmerer wie der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Vogelsberg Burgwald und der Forstbetriebsgemeinschaft Vogelsberg, um das zu ermöglichen.