Vogelsberger Heimatmuseum
 

Träger: Weber-Pröscher-Sauer-Stiftung

Leitung:

Vogelsberger Kultur- und
Geschichtsverein
   
Geöffnet ganzjährig:
Donnerstag, Samstag und Sonntag von
14.30 – 16.30 Uhr
Eintritt: Erwachsene
Schüler und Gruppen (p.P.)
2,-- €
1,-- €

Das Museum befindet sich im ehemaligen Wohnhaus des hessischen Staatsrates Dr. Karl Weber, einem stattlichen Fachwerkbau aus dem Jahre 1816, der 1908 im Inneren nach Art des Jugendstils umgestaltet wurde und den Dr. Weber nach dem Tod seiner beiden Söhne im Ersten Weltkrieg zusammen mit seiner Schwägerin Anna Pröscher in das Eigentum einer Stiftung übertragen hat. Wichtigstes Anliegen war die Schaffung eines Heimatmuseums, das nach dem Tode der Stifter im Jahre 1937 eingerichtet wurde.

Das Museum umfasst gegenwärtig 17 Ausstellungsräume. Eine Renovierung des Gebäudes erfolgte 1987/88. In dem Bestand der urgeschichtlichen Abteilung sind verschiedene Kulturen der Jungsteinzeit mit typischem Fundstoff an Keramik und Gerät vertreten. Auch die Hügelgräberbronzezeit ist durch Grabfunde gut belegt. Ein großes Vorratsgefäß der Hallstattzeit wurde im Stadtbereich geborgen.

Das Erkerzimmer des Obergeschosses mit Schreibtisch, Bücherschrank und Waffenschrank von Staatsrat Dr. Weber sowie mit Keramikofen, sämtlich im Jugendstil, hält das Gedächtnis an die Stifterfamilie wach. Im Raum »Stadtgeschichte« sind u. a. eine erste Ansicht von Schotten, gestochen von Dilich, und ein Merianstich, und im Raum »Kirchengeschichte« der alte Schlüssel der Michaeliskapelle (vor 1350) ausgestellt. Besonders hervorzuheben ist eine ungewöhnlich gut erhaltene Seitstollentruhe mit reichen figürlichen Beschlägen in kunstvoller Schmiedearbeit (14. Jahrhundert).

Die Wohnkultur wird durch ein Biedermeierwohnzimmer und eine bäuerliche Stube veranschaulicht. Neben datierten und undatierten Tischen, Stühlen und zwei Wiegen verdienen die Schränke aus dem 18. und 19. Jahrhundert besondere Erwähnung, dabei hervorzuheben ist ein echter Frankfurter Barockschrank. Neben Jagd- und Militärwaffen ist ein mittelalterliches Schießeisen – eine Wall- oder Hakenbüchse – ausgestellt. Es wurde im Wallgraben des Schottener Schlosses gefunden.

Kindern bereitet es sicher Freude, Spielsachen zu bestaunen, mit denen ihre Großeltern und Urgroßeltern noch spielten. Besonders schön ist eine Puppenküche mit reichlich Zinn- und Keramikgeschirr. In dem Raum »Sport« können die Jungen ein Motorrad von1928 bestaunen, das an die großen Rennen »Rund um Schotten« erinnern soll. Drei schön bemalte und geschnittene Liebesbriefe erfreuen Jugendliche ebenso wie Ältere.

In breiter Auffächerung zeigt das Museum altes Handwerksgut. Geräte zur Flachsbearbeitung finden ihre Fortsetzung in solchen der Weberei und der Blaudruckerei. Neben Werkzeugen von Schlosser, Küfer und Schmied, insbesondere der Vogelsberger Nagelschmiede, erscheinen deren Erzeugnisse. Auch die heimische Bauernkeramik ist in drei Vitrinen ausgestellt. Als Besonderheit sind die Werkstatt eines Schottener Wintermetzgers und eine alte Waschküche ausgestellt.

Die geologische Abteilung zeigt anhand ausgewählter Gesteinsproben den Vogelsberg in seinem Untergrund und in seinem Oberbau. Sie bietet einen Überblick über jene Formationen und Mineralien, die für den heimischen Raum von wirtschaftlicher Bedeutung sind (Basalte und Tuffe).